Deocreme - Wie wirkt sie und wie wendet man sie an?

Lang ists her und viel Zeit ist seit dem letzten Blogpost vergangen. Wer uns auf Facebook oder Instagram folgt hat bestimmt gesehen was bei uns alles los war. Heute jedoch geht es um Deocremes, Deos im Allgemeinen und das damit sehr intime und sensible Thema Schweiß und Körpergeruch. Bestimmt war jeder schon einmal in der schwierigen Situation und hatte das Bedürfnis jemandem zu sagen dass er oder sie nach Schweiß riecht. Die meisten werden es wahrscheinlich nicht übers Herz gebracht haben.  

 

Dr. Louis Leakey, ein sehr bekannter Paläoanthropologe (nach ihm wurde sogar ein Mondkrater benannt), war der Überzeugung, dass der frühe Mensch, neben anderen Faktoren,  Millionen Jahre überlebt hat, weil Raubtiere von seinem Geruch abgestoßen wurden und ihn deshalb bei der Jagd links liegen ließen. 

 

Durch die Evolution und die Tatsache, dass der Mensch anfing Waffen zu entwickeln und zu benutzen, hat sich der Körpergeruch zwar angepasst und ist etwas gesellschaftlicher geworden, jedoch werden das viele anzweifeln die sich, egal zu welcher Jahreszeit, unter Menschen aufhalten. Sei es im Sommer wenn man entspannt im Shirt oder Top in der Sonne flaniert, oder im Winter dick eingepackt mit Shirt, Pulli und Jacke, überall „menschelt“ es.

 

Es gibt viele Nasen die genetisch bedingt auf bestimmte Gerüche „geruchsblind“ sind, wie zum Beispiel auf Musk/Moschus, Bittermandel und Schweiß. Den meisten Menschen fällt dieser animalisch starke Geruch jedoch äußerst negativ auf. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade Vielschwitzer oft den eigenen Körpergeruch nicht mehr wahrnehmen, da sich die Nase sehr schnell an intensive Gerüche gewöhnt. Fragt eine Kaffee Verkäuferin ob sie den Duft von gemahlenem Kaffee noch wahrnimmt oder denkt an euer Lieblingsparfum, von dem ihr schnell mal einen Spritzer zu viel auftragt, da euch der Duft auf einmal nicht intensiv genug ist.

 

Früher war der Geruchssinn im wahrsten Sinne lebensnotwendig. Prähistorische Menschen konnten Raubtiere auch aus großer Entfernung riechen und der alarmierende Geruch von Feuer hat vielen Menschen das Leben gerettet. Heutzutage entscheidet der Geruchssinn jedoch nicht mehr über Leben und Tod im biologischen Sinne, sondern nur noch über Leben und Tod des Soziallebens.

 

In manchen Ländern ist man gegenüber natürlichen Körpergerüchen toleranter als in anderen. Im extremen Gegensatz dazu versuchen viele Menschen alles um ihren natürlichen Körpergeruch zu unterdrücken und scheuen sich auch nicht vor scharfen synthetischen Chemiekeulen. Deodorantien und Antitranspirantien die eine Dauerwirkung von bis zu 48, 72 und sogar 120 (!!!) Stunden versprechen sind heutzutage gang und gäbe. Unangenehme Ausschläge, rote und brennende Hautreizungen sowie schmerzhafte entzündete Schweißdrüsen werden dabei in Kauf genommen. 

 

Schaut man sich deren Inhaltsstoffe (auch INCI's genannt) einmal genauer an, so ist man nicht wirklich über deren Nebenwirkungen überrascht. Gerade Aluminiumsalze werden seit langem mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht und beeinflussen stark die natürliche Hautfunktion, da sie das wichtige und gesunde Schwitzen komplett unterbinden, indem Sie die Schweißporen „abdeckeln“ und verschließen. 

 

Aluminiumfreie herkömmliche Alternativen haben im Selbstversuch nicht funktioniert und meinen natürlichen Körpergeruch so stark verändert, dass ich bis zum Abend hin gruseliger gerochen habe, so als ob ich gar kein Deo genommen hätte. Biologische Alternativen aus dem Bioladen oder Reformhaus waren stark mit Alkohol versetzt, was jedes Mal heißes Brennen unter meiner Achsel ausgelöst hat, zusätzlich zum gruselig veränderten Körpergeruch.

 

Da diese Produkte keine Option für mich waren, haben wir bei Haused Wolf einen anderen Weg eingeschlagen. Wir haben auf Grundlage alter Hausmittel sowie natürlichen und mineralischen Inhaltsstoffen, bereits vor Jahren eine milde, natürliche und effektive Deocreme entwickelt.

 

Die beiden Hauptzutaten unserer Deocreme sind Bio-Sheabutter - feuchtigkeitsspendend, beruhigend und atmungsaktiv - und Bio-Kokosöl - pflegend, antibakteriell, antifungal/antimykotisch und natürlich desinfizierend - . Die Wirkstoffe unserer Deocremes sind rein mineralisch und eine Kombination aus Natron und Zink. Während Natron (ein natürliches Natriumsalz, auch bekannt unter dem Namen Baking Soda) den pH-Wert der Haut leicht ins Basische neigt und sich dadurch die eigentlichen Bakterien die den typischen Schweißgeruch (frischer und "sauberer" Schweiß ist nahezu geruchslos) verursachen gar nicht erst ansiedeln können, unterstützt Zink mit seiner sanften antibakteriellen und leicht porenverengenden Wirkung. Und das alles ohne die Poren zu verschließen oder abzudeckeln.

 

Da diese Inhaltsstoffe die Schweißproduktion, eine natürliche und wichtige Hautfunktion, nicht unterbinden sondern nur einschränken, haben wir zusätzlich pflegende Maisstärke in unserer Deocreme. Viele kennen diese als das Hausmittel schlecht hin zur Babypflege, als Ersatz für das herkömmliche Babypuder aus Talk/Talkum. Die Maisstärke bindet den Schweiß und fängt ihn auf. Sie ist von Natur aus Gluten- und Laktosefrei und ist selbst für zu Allergien neigende Personen eine tolle Hautpflege. Je nach Variante beduften wir unsere Deocremes mit rein Ätherischen Ölen, oder mit ausgefalleneren Düften aus unseren hochwertigen Parfummischungen. Wir haben auch eine komplett duftneutrale Variante für alle Puristen, sowie für werdende und stillende Mamis. Unsere Deocreme kommt ohne Konservierungsmittel und Alkohol aus. Das keine Aluminiumsalze oder -verbindungen enthalten sind versteht sich für uns von selbst.

 

Bei regelmäßiger und korrekter Anwendung schützt sie zuverlässig für 24h vor Schweiß und Körpergerüchen.

 

Achtung:

Inzwischen gibt es auf dem deutschen Markt viele Deocremes mit unterschiedlichsten Rezepturen. Im Netz und auf vielen DIY Blogs gibt es auch die ein oder anderen Rezepturen zum selbermischen für Zuhause. Menschen mit empfindlicher Haut sollten hier jedoch vorsichtig sein. Der Hauptwirkstoff Natron ist supersanft, wenn man ihn richtig und sinnvoll dosiert. Aber wenn man ihn überdosiert, kann er die empfindliche Haut und die Achseln reizen. Die Haut rötet sich dann und es brennt unangenehm. Dies kann bei Rezepturen passieren die in den Inhaltsstoffen das Natron an erster Stelle aufführen oder es generell zu hoch dosieren. Solltet ihr diese Erfahrung bei einer Deocreme einmal gemacht haben, heißt das nicht, dass ihr unsere Deocreme auch nicht vertragt, denn unsere Rezepturen sind ausgewogen und auch für empfindliche Haut geeignet. Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, so haben wir auch eine Deocreme Variante (unsere COAL PIT) ohne Natron, dafür jedoch mit Medizinischer Aktivkohle. Diese fängt und absorbiert den Schweiß und die Bakterien, während reine Ätherische Öle wie Teebaum und Lavendel mit ihrer natürlichen antibakteriellen Wirkung diese abtöten. Die Medizinische Aktivkohle hat zusätzlich eine entgiftende Wirkung. Nachdem sich die Achsel und die Haut wieder beruhigt hat, kann man ohne Bedenken auf unsere herkömmlichen Varianten mit Natron switchen.

 

Anwendung:

Die Achseln beim Duschen (oder am Waschbecken) mit Seife und am besten mit einem Waschlappen gründlich waschen und abtrocknen. Eine Fingerspitze unserer Deocreme zwischen den Fingerkuppen verreiben und die gereinigte Achsel damit eincremen. Frisches T-Shirt, Top oder Oberteil darüber, fertig!

 

Extra-Tipps: 

- Jeden Tag das Kleidungsstück das unter der Achsel auf der Haut liegt wechseln!

Sprich, ein frisches T-Shirt, Top oder Unterhemd anziehen. Bei einem ärmellosen Top unter einem Pulli oder Hemd heißt das, auch das jeweilige Hemd oder den Pullover wechseln. Hintergrund ist der: Sollten sich bereits geruchsbildende Bakterien gebildet haben, so setzen sich diese in den Kleidungsstücken fest. Zieht man diese Kleidungsstücke am nächsten Tag (oder an einem späteren Tag) nochmals an, regen diese selbst in der frisch gewaschenen Achsel die Vermehrung der geruchsbildenden Bakterien noch mehr an.

 

- Frischer Schweiß ist wasserlöslich, geruchsbildende Bakterien leider nicht. Zudem setzen sich diese gerne in den Achselhaaren fest. Wir sind keine Befürworter von Rasurzwang, jedoch hilft bei hartnäckigen Gerüchen manchmal nur eine gründliche Rasur der Achselhaare, sozusagen als „Neustart“.

 

- Starke Schwitzer und Vielschwitzer sollten komplett auf Kaffee verzichten, oder diesen stark einschränken. Das enthaltene Koffein regt den Sympathikus, einen der beiden Hauptnerven unseres vegetativen Nervensystems an. Der Sympathikus reguliert seit Urzeiten unsere Urinstinkte wie „Kampf“ oder „Flucht“ und steigert die Aktivitäten unseres Zentralen Nervensystems und des Körperkreislaufs enorm. Sollte ein Verzicht auf Koffein nicht möglich sein, den Konsum auf einen Kaffee am Tag beschränken oder Schwarzen oder Grünen Tee versuchen. Schwarze und Grüne Tees (dazu gehören auch Oolong und Weißer Tee) besitzen eine sanftere Variante des Koffeins und setzen dieses nicht wie Kaffee direkt im Magen frei, sondern zeitverzögert und sanft dosiert im Darm.

 

- Zwei bis drei Tassen Salbeitee über den Tag verteilt getrunken, helfen starken Schwitzern und Vielschwitzern den Schweiß zu regulieren. Die Ätherischen Öle des Salbeitees regulieren zum einen die Schweißproduktion direkt in den Schweißdrüsen sowie im zentralen Nervensystem, das die Schweißdrüsen steuert.

 

Für mich persönlich gibt es keine Entschuldigung für "alten" Schweiß und unangenehmen Körpergeruch, und der einzige Grund mich weder zu waschen, noch ein Deo zu benutzen, ist ein Gammeltag Zuhause in den vier Wänden, wo ich weiß, dass ich alleine bleibe und keinen Besuch bekomme.

 

Und um nochmal auf das Thema vom Anfang zu kommen, wie man jemanden der stark nach Schweiß riecht am dezentesten darauf anspricht: Ich weiß es ist wirklich unangenehm und kein schönes Thema, aber am besten spricht man es klar und direkt unter vier Augen an. Beginnt den Satz mit "Mir persönlich ist aufgefallen...", dass heißt nicht vorab verallgemeinern oder andeuten das sich jeder daran stört. Handelt es sich um einen guten Freund oder jemanden der einem nahesteht kann man getrost sagen "Mir persönlich ist aufgefallen das du nach Schweiß riechst". Sollte es sich um einen Arbeitskollegen handeln oder um jemanden der einem nicht nahesteht, mit dem man aber trotzdem täglich oder öfters zu hat, empfehle ich "Mir persönlich ist aufgefallen, dass von dir eine gewisse Geruchsentwicklung ausgeht." Sollte sich der oder diejenige schwer tun die gut gemeinte Kritik  anzunehmen kann man es vorsichtig mit "das haben mir andere/oder xyz auch bestätigt" ergänzen. Die wenigsten werden sich darüber freuen darauf angesprochen zu werden, letztendlich ist aber sicherlich jeder dankbar. Ich wäre es zumindest.

  

Wie steht ihr generell zu Körpergerüchen und Schweiß? 

Welche Erfahrungen habt ihr mit Deocremes und herkömmlichen Deos gemacht? 

Habt ihr besondere Tipps für den "Kampf" gegen unerwünschten Körpergeruch?

 

Baba,

Marc-Simon

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